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Studienreform: Gleichberechtigung sieht anders aus
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Belgien schützt seine Mediziner, Österreich diskutiert über eine Quote, und Ungarn nimmt die Deutschen gerne, weil sie zahlen. Die grenzenlose Studienfreiheit, die Bologna propagiert, endet bei nationalen Interessen.

Die Freiheit, an jeder Uni in Europa gleichermaßen studieren zu können, ist eine der Grundideen des Bologna-Prozesses. Auch das deutsche Diplom fiel dieser Idee zum Opfer: Bachelor und Master-Abschlüsse – in ganz Europa gleichermaßen akzeptiert und anerkannt – sollen gewährleisten, dass Studenten europaweit zwischen Hochschulen und Studiengängen wechseln können. Das sollte auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Im elftem Jahr der Bologna-Reform herrscht allerdings eine andere Realität, abzulesen an der Entscheidung, die der Europäische Gerichtshof kürzlich anlässlich einer Klage französischer Studenten traf. Diese hatten dagegen geklagt, dass Belgien die Studiengänge im Gesundheitsbereich seit 2006 mit einer 30-Prozent-Quote für EU-Ausländer belegt. Mit ihr hatte man versucht, den enormen Ansturm französischer Kommilitonen auf die medizinischen Studienfächer der französischsprachigen Wallonie einzudämmen – ihr Anteil machte zeitweise über 80 Prozent aus. Diese Quote, entschied der EuGH jetzt, verstößt gegen Unionsrecht, doch sei sie unter Umständen gerechtfertigt. Dann nämlich, wenn ohne eine Obergrenze für ausländische Studenten die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Land nicht mehr gewährleistet sei.

Gleichberechtigung im Sinne von Bologna sieht anders aus. Genau genommen konterkariert das Urteil die seit zwei Jahren anhaltenden Bemühungen der 27 Bologna-Bildungsminister, die „Grundfreiheit des Wissens“ in die EU-Verträge aufzunehmen und damit „die Hindernisse der grenzübergreifenden Mobilität von Forschern, Studenten und Hochschullehrern zu beseitigen“.

Österreich ächzt unter dem Ansturm der Piefkes


Auch für deutsche Studenten wird das Urteil Folgen haben. Immerhin ist es unseren Nachbarn nun um einiges leichter, ihre Hochschulen dichtzumachen. Das wäre angesichts doppelter Abi-Jahrgänge und einer zu befürchtenden Studienplatznot fatal. Ein Land, das sich nach dem Luxemburger Richterspruch die Hände reibt, ist Österreich, eines der beliebtesten Ausweichziele deutscher Studierender.

Laut Statistischem Bundesamt lag Österreich 2007 nach den Niederlanden, wo 16 550 Personen oder 18,3 Prozent aller deutschen Auslandsstudenten eingeschrieben waren, auf Platz zwei: 14 789 Deutsche (16,4 Prozent) waren 2007 in Österreich immatrikuliert.
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