Tittenmonster

aus Kamelopedia, der wüsten Enzyklopädie
Version vom 29. März 2017, 13:33 Uhr von De Signer (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

[Das] Tittenmonster, auch Monstertitten, Titty Twister oder einfach Die Titte genannt, ist die filmische Umsetzung des wegweisenden fragmentarischen Erotikthrillers Gesine van Damms "Der Titter", der in beklemmender Weise die LSD-Erfahrungen des Sexualhypochonders Max Dreibeins literarisch aufarbeitet.

Der Film lässt die so surrealen wie klaustrophobischen Erotikabenteuer Dreibeins unmittelbar und unverschnörkelt in das Leben des Betrachters hinein platzen. Dieser findet sich – wie Dreibein – unversehens mitten im Geschehen wieder, ohne zu wissen, wie er hineingeraten ist oder einen Ausblick auf eine Lösung der sich zuspitzenden Situation zu erhalten. Zugleich ist er unbeteiligter Dritter, der das Geschehen gleichsam von oben betrachtet, jedoch keineswegs steuern kann. Wie der Protagonist kann der Betrachter nur tatenlos zusehen, wie dessen Persönlichkeit buchstäblich in zwei Teile zerfällt und in Gestalt zweier artfremder Doppelhöcker unvereinbar sich selbst gegenüber steht. Nur eine Seite kann gewinnen. Die nervöse Handkamera unterstreicht diese innere Zerrissenheit.

Gemäß dem Geiste des Novelisten NoWikipedia icon.pngOtto Leixner, Worte seien nichts als Krücken, verzichtet der Film vollends auf Dialoge und transportiert seine Botschaft durch bloße Symbolik. Der Verzicht auf den Umweg Sprache macht das Werk zu einem nonverbalen, ja spirituellen Vermittler höherer Einsichten, begleitet von kraftvollen Intonationen, die an das Grundrauschen des Urknalls gemahnen.

Eine dramaturgische Meisterleistung, die – sich bewusst unverhüllt auf das Wesentliche konzentrierend – in ironischer und fast schon verschwommener Weichzeichnerästhetik einen so puren wie minimalistischen Impuls setzt, um den Betrachter jäh zurück zu werfen auf seine eigenen Versionen der Handlung und ihres Motivs und des möglichen Fortganges. Zu Recht wurde die auf Zelluloid gebannte düster-beklemmende Avantgard-Erotik-Kurzfilm-Parabel mehrfach mit dem goldenen Höcker ausgezeichnet und gilt nach wie vor als richtungsweisend für das gesamte Genre.


Siehe auch.png Das könnte SIE auch interessieren: Hüpfende Höcker in Huganda | Zuckende Zitzen in Zimbabwe
Siehe auch.png Tut nichts zur Sache, aber siehe trotzdem: Tittenfisch