Kompaktregler

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Kompaktregler für eine Heizungsanlage

Kompaktregler sind eigenständige Regeleinrichtungen, die einen oder mehrere Regelkreise beherrschen können. Die Regler können frei parametriert werden und so auf jede Art von Regelstrecke angepasst werden. Einfache Ausführungen haben eine numerische Anzeige der Prozesswerte. Kompaktregler in gehobener Ausstattung sind mit Touchscreen und grafischer Abbildung der Regelstrecke oder der Anlage erhältlich.

Neben der eigentlichen Regelaufgabe können Kompaktregler auch Steuerungsaufgaben übernehmen und so den Ablauf des Prozesses oder Teile davon eigenständig steuern.

Kompaktregler sind in nahezu allen Branchen und Industriezweigen zu finden, beispielsweise wird die Programmreglerfunktion häufig in der Nahrungsmittelindustrie genutzt, oder in Härtereien um bestimmte Temperaturprofile vorzugeben. Kompaktregler werden beispielsweise auch in Hausanschlussstationen zur Regelung der Heizung und der Warmwasserbereitung oder für einfache Lüftungsanlagen eingesetzt.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompaktregler sind entweder fest aufgebaut oder modular bestückbar und somit erweiterbar. Die Analogeingänge für den Istwert sind häufig universal verwendbar und können für verschiedene Arten von Sensoren und Signalen konfiguriert werden. Weiterhin stehen Digitaleingänge zur Erfassung von Schaltvorgängen zur Verfügung. Als Ausgänge stehen verschiedene binäre Schaltelemente zur Verfügung wie Relais-, Halbleiterrelais-, Logik- und MosFET-Ausgänge und werden entweder für die Ansteuerung von binären Stellgliedern oder für Steuersignale genutzt. Die Analogausgänge sind als Spannungs- oder Stromausgang konfigurierbar z. B. 4…20 mA /0…10 V und werden zur stetigen Ansteuerung von analogen Stellgliedern wie z. B. Proportionalventilen, Thyristorleistungssteller oder Frequenzumrichtern genutzt.

Die Bedienung, Parametrierung und Konfiguration kann über die Gerätefront erfolgen, zusätzlich werden Konfigurationsprogramme mitgeliefert, in denen die Einstellungen für den Anwender übersichtlich zu erreichen sind. Die Verbindung zwischen PC und Regler kann über USB, TCP/IP oder serielle Schnittstellen hergestellt werden.[1]

Reglerarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Bestückung der Ausgänge können folgende Reglertypen konfiguriert werden:

  • Stetige Regler für analoge Stellglieder
  • Zweipunkt-Regler für binäre Stellglieder
  • Dreipunkt-Regler für binäre und/oder analoge Stellglieder zum Regeln in beide Richtungen
  • Dreipunkt-Schritt-Regler für Motorstellglieder
  • Stellungsregler für Motorstellglieder mit Positionsrückmeldung[1]

Besondere Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Programmreglerfunktion gibt dem Regler ein vom Anwender definiertes Sollwertprofil vor, welches in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Der Regler arbeitet dann nicht mehr mit einem festen Sollwert, sondern bekommt diesen vom Programm vorgegeben. Die Anlage kann so in definierten Zeiten bestimmte Sollwerte anfahren. Zusätzlich können die einzelnen Abschnitte mit Steuerkontakten belegt werden, um zusätzliche Aktoren anzusteuern.

Bei Kompaktreglern mit Farbdisplay ist oftmals eine Registrierfunktion erhältlich, in der wie beim Bildschirmschreiber wichtige Prozessdaten aufgezeichnet und archiviert werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Manfred Schleicher: Regelungstechnik – Grundlagen und Tipps für den Praktiker. Jumo, Fulda 2014, ISBN 978-3-935742-00-9 (freier Volltext [PDF; 3,2 MB]).