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Atsuta-jingū

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Der Atsuta-jingū

Der Atsuta-jingū (japanisch 熱田あつた神宮じんぐう) ist ein Shintō-Schrein inmitten eines Parks im Stadtbezirk Atsuta-ku der Stadt Nagoya, Japan. Er gehört zu den Chokusaisha. Hauptgottheit ist Atsuta-no-ō-mi-kami, ein anderer Name für Amaterasu-ō-mi-kami, repräsentiert (die Theologie des Schreins ist äußerst kompliziert und wird von den Priestern des Schreins zudem eher geheim gehalten) als Kusanagi-no-tsurugi, das heilige Schwert und eine der drei Throninsignien Japans. Ob das Schwert sich tatsächlich im Schrein befindet, kann nur vermutet werden, da kein öffentlicher Zugang zu ihm angeboten wird (Ausnahmen bilden nur ranghohe Priester und der Tennō).

Der Ursprung des Schreins wird gegen Ende des 1. oder zu Beginn des 2. Jahrhunderts vermutet.

Im Jahr 1893 in der Meiji-Zeit wurde die Architektur des Schreins grundlegend verändert und im Baustil Shinmei-zukuri dem des Ise-Schreins angepasst und im Jahr 1935 im Rahmen eines Sengu nochmals erneuert und erweitert. Durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg fielen die meisten Gebäude Feuern anheim. Die Hauptgebäude wurden bis 1955 wiederaufgebaut. Gegenwärtig befinden sich mehrere dutzend Gebäude auf dem Schreingelände, darunter Häuser für Teezeremonien, eine Nō-Theater-Bühne und die Bunka-den, in welcher u. a. eine ständig wechselnde Auswahl der über 4.000 kulturelle Artefakte des Schreins (wie z. B. gestiftete antike Schwerter) ausgestellt werden.

Der Schrein unterhält seit 1950 eine private Hochschule zur Ausbildung von Shintō-Priestern, die auch Abschlüsse als Bibliothekar anbietet.

Schreine und Kami

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Im Higashi-yaoyorozu-jinja (ひがしはちひゃくまん神社じんじゃ) werden alle „acht Millionen“ Kami des Ostens, im Nishi-yaoyorozu-jinja (西にしはちひゃくまん神社じんじゃ) alle Kami des Westens verehrt. Im Soshi-mori-no-yashiro (こころざし茂利しげりしゃ; ein massha) wird Susanoo unter dem Namen Komori-ō-kami (きょ茂利しげり大神だいじん) verehrt (was nirgendwo sonst vorkommt). Im Reino-mimae-sha (すず御前ごぜんしゃ; ein massha) wird Ame no Uzume als alleinige Kami verehrt (eher eine Seltenheit). Der legendäre Takakuraji (高倉たかくら下命かめい, -no-mikoto) wird im Takakura-musubi-miko-jinja (高座こうざゆい御子みこ神社じんじゃ; ein sessha) als Kami verehrt, im Sugawara-sha (菅原すがわらしゃ) der ebenfalls legendäre Tenjin. Im Mi-(w)i-jinja (御井みいしゃ; ein massha des Takakura-musubi-miko-jinja) wird Mi-(w)i-no-kami, der Kami des erhabenen Brunnen und Sohn von Ō-kuni-nushi und Yakami-hime, verehrt. Der Große Kami der Ernte, Ō-toshi-no-kami (大年おおとしかみ), findet seine Anbetung im Mita-jinja (御田みた神社じんじゃ; ein sessha). Im Shimizu-sha (清水しみずしゃ) wird die Wasser-Kami Mizu-ha-no-me (罔象女神めがみ) verehrt, die aus Izanamis Urin geboren worden sein soll. Vor dem Schrein von Inari (der hier als Kami der Pflanzen verstanden wird), dem Ō-sakida-jinja (だい幸田こうだ神社じんじゃ; ein massha) sind Unmengen roter Miniatur-Torii aufeinandergestapelt, die Gläubige dort als Geschenk hinterlassen haben. Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein sessha namens Ichi-no-misaki-jinja (一之かずゆき御前ごぜん神社じんじゃ) für Amaterasus ara-mitama und ein massha namens Tōsu-no-yashiro (てっしゃ) für ihr nigi-mitama.

Eine seltsame Besonderheit des Atsuta-jingū ist die Geschichte der für ihre Schönheit berühmten Konkubine am chinesischen Kaiserhof Yang Guifei (auf Japanisch bekannt als Yoku-hi), die in einem Aufstand getötet worden war. Ihr Geist soll zum Atsuta-jingū gekommen sein, um Frieden zu finden und so wurde ihr ein Grabhügel errichtet. Ein ihr gewidmetes Tor, das denselben Namen trug wie ihr Tor in ihrem Palast, das Shunko-mōn, wurde im Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Bombern zerstört; nur noch die Tafel mit dem Namen ist erhalten geblieben.

Merkwürdig ist außerdem, dass an mehrere Nebenschreine bunrei (s. shintai) des hongū vergeben wurden, so an den Minami-shin-gū (sessha), den Susano-wo-jinja (massha) und den Shingū-sha (ein massha des Takakura-musubi-miko-jinja, seinerseits ein sessha).

Der Atsuta-jingū verfügt über kein heiden (Opferhalle).

Im Shinyo-watari-go-shinji wird am 5. Mai in feierlicher Stille der Verbindung mit Temmu-tennō und den Kami gedacht, die sich mit der Übergabe des heiligen Schwerts durch Temmu an den Schrein im Jahr 686 vollzogen haben soll, nachdem das Schwert zuvor im Jahr 668 vom buddhistischen Priester Dō-kyō gestohlen worden sein soll (so berichtet jedenfalls das Nihonshoki).

Am 5. und 6. Juni wird das Shōbu-sai gefeiert, ein Fest (reisai) zum Gedenken an die erste Proklamation des Meiji-tennō, die im Schrein eintraf. Zu dieser Gelegenheit finden Zeremonien mit Kyūdō, Judō, Kendō, Chadō (Teezeremonien), Nō-Aufführungen, Hanabi und einer nächtlichen Prozession mit Booten auf See statt. Am 8. August des Lunarkalenders wird Prinz Yamato-Takerus siegreiche Expedition gegen die ungehorsamen Yemishi im Osten des Reiches gefeiert.

Der Schrein richtet insgesamt etwa 70 Feste pro Jahr aus und verzeichnet jährlich knapp 10 Millionen Besucher, die meisten davon während des Hatsumōde.

Verkehrsanbindung

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Der Atsuta-jingū steht unmittelbar westlich des Bahnhofs Jingū-mae, der von zwei Linien der Bahngesellschaft Meitetsu bedient wird. In der Nähe befinden sich auch die Stationen Atsuta-jingū-tenmachō und Atsuta-jingū-nishi der U-Bahn Nagoya.

Commons: Atsuta-jingū – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • S. Noma (Hrsg.): Atsuta Shrine. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X.

Koordinaten: 35° 7′ 38,2″ N, 136° 54′ 31,6″ O