Kamelobooks:Ölkrise/00001100

aus Kamelobooks, der wüsten Bibliothek
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Kamelopedia-Roman!!! Das literarische Projekt 2006. Das hier ist erst der Anfang irgendwo mittendrin, der Titel gibt schonmal ein wenig das Thema vor. Es geht um Ihn, und um die Ölkrise. Er lebt irgendwo bei Kairo und arbeitet in der Innenstadt in der Zentralpyramide. Was er dort tut, und wie und was noch passieren wird, keiner weiß es bisher. Liebe, Intrigen, Krisen, Kriege, Rock'n'Roll, Drugs, Sex, raffinierte Technik, Lug, Trug und Betrug, Spionage und Camouflage, Sklaverei, Freiheit, Glück und Naturkatastrophen, alles ist möglich. Lies den Anfang, und setze die Geschichte zusammen mit anderen Kamelen fort.

Hier entsteht Weltliteratur!



Aktuell entstehendes Kapitel:

Kapitel 00001100

Halb aus Kairo raus rief auf einmal Heinz-Dieter ganz entsetzt "Halt!". Sie schauten ihn fragend an und der Benzinschlucker rülpste beim Überqueren einer roten Hufgängerampel. Der Opek-Typ warf die Fußfesseln aus, fing die Hufe des Benzinschluckers ein, und alle fielen auf die Schnauze. "Was ist?" fragte Kamelopetra. "Ich hab was vergessen!" "Was denn?" wurde nun auch der Opek-Typ neugierig. "Cheffin, du erinnerst dich doch, die Befehlszäpfchen?" "Ja, natürlich, die Befehlszäpfchen!" "Ich habe die Fernsteuerung dafür noch in meiner Schreibtischschublade, und du musst irgendwo die Schlüsseldiskette dazu haben." "Ja, ich habe sie mit Klebeband unter meinen Herrscherinnenschreibtisch geklebt, da findet sie niemand." "Ich muss zurück, um diese Sachen zu holen!" "Moooooomentemal... Was meint ihr", fragte nun der Opek-Agent. Kamelopetra holte weit aus:

Heinz-Dieter ist ein verkanntes, unterbezahltes Genie. Er als Systemadministrator der Zentralpyramide hat vor 4 Jahren alle Abakusse miteinander mit Bindfäden vernetzt. So bekommt jeder Mitarbeiter automatisch die neuesten Rechenergebnisse auf seinen Persönlichen Rechen-Abakus (PRA). Diese Lösung war allerdings nur die zweite Wahl, die bessere Wahl war eigentlich das Befehlszäpfchen, das er entwickelt hatte. Der Betriebsrat hat allerdings seinen Einsatz aus ethischen Gründen verhindert. Jeder Mitarbeiter sollte so ein Ding eingepflanzt bekommen, und wenn dann jemand auf seinem Rechenschieber eine Rechnung anstellte, sollte die Bewegung von dem Zäpfchen auf die anderen Zäpfchen übertragen werden, und so die Rechnungen per synchronisierten Handbewegungen von einem Abakus auf den anderen übertragen werden.

"Tolle Idee" bemerkte der Agent "aber was nützt uns das jetzt, wenn sie nicht eingepflanzt wurden."

Kein Problem, wir haben in der Kantine alle Speisen mit einem Grippevirus infiziert, und dann hat unser Betriebsarzt zufälligerweise die Grippezäpfchen mit unseren Zäpfchen verwechselt ... Wir haben sie nur noch nicht aktiviert. Dazu brauchen wir die Fernbedienung und die Aktivierungsdiskette.

"Mit der Fernbedienung", ergänzte Heinz-Dieter, "kann ich alle Mitarbeiter fernsteuern." "Na dann los, nix wie zurück und den Krempel geholt" forderte der Agent. Sie gruben sich aus dem Staub aus, klopften sich gegenseitig ab, und gingen in einen Secondhandshop. Hier gabs wunderbare Blaumänner und blaue Schukreme. Das wurde gekauft, Heinz-Dieter schmierte sich Hände, Füße und Gesicht blau und schlüpfte in den Blaumann. "Perfekt!" jubelte der Opek-Mann, "Er sieht aus wie ein Illuminant!" In einer benachbarten Karawanserei liehen sie noch ein anonymes Kamel, Heinz Dieter schwang sich drauf und hoppelte damit zur Zentralpyramide. Auf dem Weg dorthin übte er noch das Rückwärtssprechen.

Die Iluminanten waren überall, der ganze Zentralpark war blau, überall wuselte es, aber in seiner Verkleidung kam er problemlos bis kurz vor den Haupteingang. Er parkte das anonyme Kamel auf dem Parkplatz und begab sich zum Haupteingang. Nein, das sah überhaupt nicht gut aus, sie hatten die Eingangstüren zugeklebt, und die arme Iris, wer weiß, wo sie nun gefangen gehalten wurde. Sicher versuchte man, aus ihr alle Zugangscodes herauszuquetschen. Er schwang sich also in den Spalt zwischen Zentralpyramide und Zentralpark, auf dem die Pyramide supraleitenderweise schwebte. Hoffentlich hielten das seine Zahnfüllungen aus! Er musste den Noteinstieg in der hochglanzpolierten Bodenfläche finden.

Wie er ihn gefunden hatte, erinnerte er sich einige Momente später nicht mehr, das supraleitende Feld und seine Zahnfüllungen hatten eine Erinnerungslücke geschaffen. Jedenfalls stand er jetzt im Kellergeschoss vor dem Aufzug. Ein Illuminant sprach ihn an "?erhaf guzfuA elloW" "ppuJ" erwiederte er. Der Illuminat drückte den Knopf, und der Aufzug kam, und Heinz-Dieter stieg ein. Er wollte in den 3. Stock, also musste er illuminisierend die Taste mit dem Schreibschrift-"E" drücken. Da kam er dann nach zwei Stunden auch an, denn Kinder hatten ihm einen Streich gespielt, und zuvor alle Tasten des Aufzugs gedrückt, nur die "E" als aller letztes, so dass der Aufzug erstmal alle gedrücken Stockwerke abfuhr, so oft, wie die Tasten gedrückt worden waren. Und bei 534 Zwischenstockwerken war das eine ganze Menge. Dann stand er endlich vor seiner Bürotür. Er offnete. Darin traf er auf mehrere Illuminanten, die sich seine schönen Abakusse ansahen. Er musste sie irgendwie ablenken, damit er unbemerkt die Schublade öffnen konnte, um die Fernsteuerung in seinen Blauman zu manövrieren. Er nahm ein Blatt Papier und schrieb "nedneW ettiB" drauf, beidseitig. Das legte er den Illuminaten hin, und sie waren erst mal beschäftigt. Mit der Fernbedienung in der Hosentasche konnte er aus seinem Büro entwischen, und hastete die Nottreppe hinauf in die Chefetage. Seltsamerweise waren nun alle Türschilder in der richtigen Reihenfolge und er fand das Büro von Kamelopetra sofort. Die Illuminanten waren noch nicht in dieses Stockwerk vorgedrungen, so konnte er sich richtig Zeit lassen, um den Scheibtisch zu untersuchen. Er konnte dann aber schon von weitem die Diskette sehen, da klebte sie unter der Tischplatte ... Ein Glastisch!

Wieder zurück bei Kamelopetra und dem Opek-Agenten, schwangen sie sich wieder auf den Benzinschlucker und fuhren zu Heinz-Dieter nach Hause, dort betrachtete der Opek-Mann erstmal die Diskette und die Fernsteuerung. Sowas hatte er noch nicht gesehen!