Oni
Oni (japanisch
Erscheinung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ikonografisch gehen Oni auf die indischen Rakshasa zurück. Sie werden gewöhnlich als hässliche riesige Kreaturen mit scharfen Klauen, wildem Haar und ein bis zwei Hörnern auf ihrem Kopf dargestellt. Meistens sind sie menschenähnlich, manchmal haben sie aber auch eine ungerade Anzahl von Augen oder überzählige Finger und Zehen. Ihre Haut ist von beliebiger Farbe, gewöhnlich jedoch rot, blau oder grün. Ihr grimmiges Erscheinungsbild wird untermalt durch einen Lendenschurz aus Tigerhäuten und eine eisenbewehrte Keule (
Ursprung und Verhalten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während das Erscheinungsbild der Oni den indischen Rakshasa entlehnt wurde, entstammt das Schriftzeichen dem Chinesischen, wobei damit „Geister von Verstorbenen“ (chin. gui) bezeichnet wurden.[4]
Bereits in der Heian-Zeit wurden sie als Menschenfresser und allgemein als Gegenspieler der Menschen bzw. Teufel dargestellt. Das Nihon Ryōiki nennt Vorfälle, in denen mono (ebenfalls
Eine bekannte Erzählung von Oni als Menschenfressern findet sich in Shuten Dōji, der nahe der Hauptstadt Heian-kyō sein Unwesen trieb, bis er von Minamoto no Yorimitsu erschlagen wurde.[3]
Seit dem 10. Jahrhundert wurden Oni stark mit dem Nordosten (
Ab dem 13. Jahrhundert finden sich aber auch Beschreibungen von eher tölpelhaften Oni. Diese Abschwächung des Boshaften setzte sich im Laufe der Zeit immer mehr fort, so dass sie auf den Ukiyo-e-Schnitten der Edo-Zeit eher schelmisch dargestellt werden.[3]
Besonders im Frühling halten einige Dörfer alljährliche Zeremonien ab, um Oni zu verscheuchen. Während des Setsubun-Festivals werfen die Menschen Sojabohnen aus ihren Häusern und rufen Oni wa soto! Fuku wa uchi! (
Gegensätzlich zur boshaften Natur, gibt es auch positive Darstellungen von Oni. Japanische Gebäude besitzen manchmal „oni-gesichtige Dachziegel“ (
Als Lieblingsspiel der Oni gilt das Fangen, und so wird auch in dessen japanischer Fassung der Spieler, welcher an der Reihe ist, Oni genannt (dies gilt ebenfalls für Verstecken).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Begriff „Oni (
鬼 / おに)“, (englisch / japanisch): [1] auf tangorin.com, abgerufen am 20. März 2018 - Online - ↑ Begriff „Oni (
鬼 / おに)“, (deutsch / japanisch): [2] auf wadoku.de, abgerufen am 20. März 2018 - Online - ↑ a b c d e Oni und kappa. In: Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Bernhard Scheid, Universität Wien, 9. April 2022, abgerufen am 9. April 2022.
- ↑ a b c Kawamura Kunimitsu: „Oni“. In: Encyclopedia of Shinto. Kokugaku-in, 13. März 2005 (englisch)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Noriko T. Reider: Transformation of the Oni: From the Frightening and Diabolical to the Cute and Sexy., in: Asian Folklore Studies, 2003, 62/1, pp. 133-57 (PDF-Datei, 877,9 kB; Englisch)